Die innere Stimme

Sensitivität und Intuition - als unsere innere Stimme - sind angeborene, individuell ausgeprägte Fähigkeiten.

Sensitivität ist die Fähigkeit, feine Signale wahrzunehmen - im eigenen Körper z. B. Bedürfnisse, Gefühle - und in der Umgebung z. B. Reize, Atmosphäre.

Für die Orientierung, was wir brauchen, zeigt sich oft zuerst die Intuition.
Sie ist das unmittelbare innere Wissen, das jedoch häufig von äußeren Einflüssen oder dem Verstand überlagert wird. Geprägt von Erfahrungen, Mustern und erlernten Überzeugungen bewertet dieser, gleicht ab und ordnet ein.

Die Intuition folgt keiner Bewertung, sondern einer inneren Klarheit. Sie zeigt Wege auf, warnt und korrigiert. Dabei steht sie oft nicht im Einklang mit dem Verstand, sondern kommt aus einer viel tieferen Ebene.

"Die Intuition ist die am meisten unterschätzte und missverstandene menschliche Kompetenz.
Das ist fatal, denn wir brauchen die Intuition um kraftvolle Entscheidungen in Übereinstimmung mit unserer Vision und entsprechend unserem Potential treffen zu können.
In der aktuellen Zeit ist die Intuition der Future Skill, der die Richtung, die wir individuell und kollektiv einschlagen, entscheidend beeinflussen wird."

Zitat von Alexandra Sorgenicht - Intuitionstrainerin & Gründerin der Academy for Intuitive Living

Wenn wir Sensitivität und Intuition Raum geben, können wir unser Leben bewusster, selbstbestimmter und stimmiger gestalten.

Wasser, Wellen, Ozean

Auf diesen Fähigkeiten basierend entwickeln wir:

  • Emotionale Intelligenz: Die Fähigkeit innere Zustände nicht nur wahrzunehmen, sondern auch zu verstehen und zu steuern sowie Selbstmotivation, Empathie und soziale Kompetenz (Daniel Goleman).
  • Resilienz: Die Fähigkeit, sich positiv an widrige Lebensumstände anzupassen, Stress zu bewältigen und sich nach Belastungen psychisch zu erholen.
"Resilienz entsteht nicht durch Leistung,
sondern durch die Fähigkeit, mit Emotionen und Beziehungen gesund umzugehen."

nach Ann S. Masten - amerikanische Psychologin, weltweit führende Expertin für Resilienzforschung

In unserer zunehmend leistungsorientierten Gesellschaft stehen jedoch Effizienz, Anpassung und Funktionieren im Vordergrund. Hinzu kommen Digitalisierung und die allgegenwärtigen sozialen Medien, die mit Lebensstil-Konzepten, Methoden, Normen und Erwartungen vorschreiben, was man "braucht" und wie man zu "sein" hat.

Zum einen werden dabei Stabilität und Lebensfreude immer stärker von äußeren Faktoren abhängig gemacht, zum anderen ist das Nervensystem vieler Menschen durch Schnelllebigkeit und hohe Reizdichte stark belastet.
Auch weitere Einflussfaktoren wie biografische Prägungen sowie individuelle Schutz- und Bewältigungsmechanismen wirken dabei mit.
Akute Lebenskrisen und Verluste können das innere Gleichgewicht zusätzlich erschüttern und zu intensiven emotionalen und körperlichen Reaktionen führen.

In der Folge fällt es vielen Menschen schwer, Sensitivität und Intuition zu bewahren - mit Auswirkungen auf psychische und körperliche Gesundheit.

Stress-Symptome, Erschöpfung, Unzufriedenheit und emotionale Instabilität zeigen sich seit Jahren - auch bereits bei Kindern und Jugendlichen. Hinzu kommen vermehrt Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten.

"Wenn Kinder nur lernen, Erwartungen zu erfüllen und sich anzupassen,
verlieren sie den Kontakt zu sich selbst."

nach Gerald Hüther - deutscher Neurobiologe, Hirnforscher

Ob Kinder ihre innere Stimme wahrnehmen und ihr vertrauen können, hängt wesentlich davon ab, ob sie in einer sicheren Bindung aufwachsen.

Wenn ihre Bedürfnisse gesehen und verlässlich beantwortet werden, entsteht Vertrauen in sich selbst.
Kinder lernen: Das, was ich fühle, ist bedeutsam und richtig.

Frühe Bindungserfahrungen prägen die emotionale, soziale und psychische Entwicklung eines Menschen (Bindungstheorie nach John Bowlby und Mary Ainsworth und Therapiekonzept MOSES® Prof. Karl Heinz Brisch).